Body Image nach der Geburt: Wie du deinen Körper wieder annimmst

Dein Körper sieht anders aus als vorher. Vielleicht fühlt er sich auch anders an. Und überall — auf Social Media, in Zeitschriften, im Gespräch mit anderen — scheint die Botschaft zu sein: So schnell wie möglich zurück zum «alten Ich». Aber was, wenn das nicht der richtige Ansatz ist?

Warum «zurück zum alten Körper» nicht funktioniert

Dein Körper hat sich verändert, weil er etwas Aussergewöhnliches geleistet hat. Schwangerschaftsstreifen, ein weicherer Bauch, veränderte Brüste — das sind keine Makel. Es sind Spuren einer Transformation, die Respekt verdient.

Das Problem mit dem «Zurück»-Denken ist, dass es den Körper, den du jetzt hast, als defizitär behandelt. Als Zwischenzustand, der so schnell wie möglich korrigiert werden muss. Das erzeugt Druck, Unzufriedenheit und häufig Verhaltensweisen, die deiner Erholung schaden — zu wenig essen, zu schnell wieder intensiv trainieren, ständig vergleichen.

Ein anderer Ansatz

Anwesenheit statt Bewertung: Versuche, deinen Körper wahrzunehmen, ohne ihn sofort zu bewerten. Wie fühlt er sich an? Was kann er? Was braucht er? Diese Fragen sind hilfreicher als der Blick in den Spiegel mit der Frage «Sehe ich schon wieder normal aus?»

Funktionalität feiern: Dein Körper hat ein Kind getragen, geboren und ernährt ihn vielleicht gerade. Das ist keine Selbstverständlichkeit — das ist bemerkenswert. Wenn du den Fokus von Aussehen auf Können verschiebst, verändert sich auch dein Verhältnis zu deinem Körper.

Social Media bewusst kuratieren: Entfolge Accounts, die dir ein schlechtes Gefühl geben. Folge stattdessen Menschen, die ehrlich über ihren postpartum Körper sprechen. Was du täglich siehst, formt deine Selbstwahrnehmung stärker, als du denkst.

Vergleich ist ein Dieb: Jeder Körper ist anders, jede Schwangerschaft ist anders, jede Erholung ist anders. Was bei einer anderen Frau nach sechs Wochen passiert, hat nichts mit deinem Weg zu tun.

Was du dir selbst sagen darfst

«Mein Körper hat Grossartiges geleistet. Er verdient Fürsorge, nicht Kritik. Und die Veränderungen, die ich sehe, erzählen eine Geschichte, auf die ich stolz sein kann.»

Das ist kein naiver Optimismus. Das ist eine bewusste Entscheidung, mit dir selbst so zu sprechen, wie du mit deiner besten Freundin sprechen würdest.

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